Vom Cocktail zum digitalen Produktpass
MHP Management- und IT-Beratung GmbH
Rund drei Monate
Asset Administration Shell (AAS)
nach DIN IEC 63278-1


Wie zeigt man in drei Minuten, was ein Digital Product Passport in der Praxis leisten kann? MHP und Neoception haben dafür auf der Bosch Connected World 2026 keinen Foliensatz gebaut, sondern anhand einer Cocktailmaschine echte Materialpässe als Ausprägung eines Digitalen Produktpasses erzeugt. Jeder individuell gemixte Cocktail bekommt seinen eigenen Digitalen Zwilling: mit Herkunft, Rezeptur, CO₂-Fußabdruck und Lifecycle-Daten, abrufbar per QR-Code. Ein Use Case, drei Monate Umsetzung, ein Beweis: AAS-basierte Digital Twins sind heute schon einsetzbar.
Daten überall, Durchgängigkeit nirgends
Digital Product Passports werden regulatorisch zur Pflicht, aber die Daten dafür liegen heute meist verstreut in ERP, MES und Lieferantensystemen. Die eigentliche Herausforderung ist selten die einzelne Datenquelle, sondern die durchgängige Orchestrierung: Wie werden Daten aus Produktion, Logistik und Stammdatenverwaltung zu einem einzigen, vertrauenswürdigen Digitalen Zwilling zusammengeführt – live, rollenbasiert und über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg?
Das war auch für MHP zu Projektstart die vermutete größte Hürde: nicht die Datenintegration im Einzelnen, sondern die durchgängige Orchestrierung des End-to-End-Szenarios.

Die Smart Cocktail Factory
Statt eines abstrakten Industrie-Beispiels haben MHP und Neoception für die Bosch Connected World 2026 etwas genutzt, das jeder sofort versteht: einen Cocktail. Am Messestand bestellt der Gast über ein Interface seinen individuellen Cocktail, etwa „Healthy“ oder „Powerful“. Im Hintergrund entsteht sofort eine neue Instanz in der Software von Neoception.
Ein QR-Code macht diesen Digitalen Zwilling für den Gast sichtbar: Herkunft der Zutaten, Rezeptur, Nachhaltigkeitskennzahlen wie der CO₂-Fußabdruck, und den Produktionsstatus in Echtzeit. Der Gast scannt den Code an der iCocktail7-Mixmaschine welche die individuelle Rezeptur erkennt, die Produktion startet und die Cocktaildaten aktualisieren sich live, bis das fertige Getränk mit vollständigem Digital Twin serviert wird.

Der Gast wählt seine Rezeptur.
Name und gewählter Cocktail erscheinen am Stand — im Hintergrund entsteht die AAS-Instanz.

QR-Code scannen,
Produktion startet.
Die Maschine erhält den Auftrag, die Daten des Digitalen Zwillings aktualisieren sich live.

Das fertige Produkt bringt seinen Pass mit.
Herkunft, Rezeptur, CO₂-Fußabdruck und Lifecycle-Daten sind per QR-Code abrufbar.

Der Gast wählt seine Rezeptur.
Name und gewählter Cocktail erscheinen am Stand — im Hintergrund entsteht die AAS-Instanz.

QR-Code scannen,
Produktion startet.
Die Maschine erhält den Auftrag, die Daten des Digitalen Zwillings aktualisieren sich live.

Das fertige Produkt bringt seinen Pass mit.
Herkunft, Rezeptur, CO₂-Fußabdruck und Lifecycle-Daten sind per QR-Code abrufbar.
Der Demonstrator auf einen Blick
Physisch
Cocktailmixer (iCocktail7) + Zutatenbehälter + fertige Cocktails + QR-Code Scanner, Behälter & Gläser mit QR-Code
Digital
SAP Digital Manufacturing, AI² (Middleware), Neoception, Asset Administration Shell
Experience
Unterschiedliche Sichten für Kunde, Lieferant und Hersteller
Wie die Lösung technisch funktioniert
Die Integration erfolgte über AI² als zentrale Middleware zwischen den beteiligten Systemen und Assets: Anlagen-, Auftrags- und Bestelldaten liefen hier zusammen, während SAP Digital Manufacturing die erforderlichen Produktionsdaten bereitstellte und als zentrale Schnittstelle für den Informationsaustausch zwischen Bestellsystem und Fertigung fungierte. Auf dieser Grundlage erzeugte eine Bestell-App automatisch neue AAS-Instanzen – die Digitalen Zwillinge der einzelnen Cocktails. Diese wurden durch Neoception orchestriert und entlang ihres gesamten Lebenszyklus kontinuierlich mit weiteren Daten aus AI² angereichert: von der Bestellung über die Produktion bis zur Auslieferung.
Eingesetzte Funktionen der Neoception-Software: template-basierte Modellierung der beteiligten Assets, automatisierte Erzeugung von AAS-Instanzen auf Basis dieser Templates, getriggert über die Bestell-App, API-basierte Anbindung an AI², ein Excel-Connector für Stammdaten sowie QR-Code-basierter Zugriff auf die Produktinformationen über den integrierten Viewer.

Vier Quellen, ein Digitaler Zwilling

Innerhalb von rund drei Monaten – von der Konzeption bis zur Umsetzung – entstand ein vollständiger End-to-End-Demonstrator für die Bosch Connected World. Er zeigt live und nachvollziehbar, dass Digital Product Passports, Traceability und AAS-basierte Digitale Zwillinge über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg technisch machbar sind – nicht als Zukunftsvision, sondern als funktionierender Aufbau, den Besucher selbst bedienen konnten.
Besonders positiv überrascht hat dabei die unkomplizierte Skalierung: Neue Datenquellen ließen sich einfach anbinden, wodurch sich das Szenario flexibel erweitern ließ, ohne die Architektur neu aufzusetzen.


„Wer AAS-basierte Digitale Zwillinge schnell und strukturiert umsetzen möchte, findet in Neoception einen starken Partner.“
„Die Zusammenarbeit mit Neoception war geprägt von einem partnerschaftlichen Austausch, kurzen Abstimmungswegen und einem gemeinsamen Verständnis für AAS-basierte Digital-Twin-Use-Cases.“
Florian Lawitzki
Senior Consultant Industry Solutions
Was der Demonstrator zeigt
Der Smart-Cocktail-Demonstrator ist ein kleines, greifbares Beispiel für ein größeres Prinzip: Digital Product Passports lassen sich nicht nur durch eine einzelne Softwarelösung erzwingen, sondern entstehen dort, wo Integrationsexpertise – wie sie MHP mit AI² mitbringt – auf eine skalierbare Digital-Twin-Infrastruktur trifft, wie sie Neoception mit der Asset Administration Shell bereitstellt.
Sie möchten Ihren eigenen Digital Product Passport oder AAS-Use-Case zügig und praxisnah umsetzen? Sprechen Sie mit uns.
Mehr aus der Praxis
Digitale Zwillinge entstehen selten am Reißbrett, sondern in konkreten Projekten. Weitere Beispiele dafür, wie Industrieunternehmen ihre bestehenden Produktdaten in standardisierte Digitale Zwillinge überführen.